Das Stadthavet ist unter Seefahrern berüchtigt, denn es kommt öfter vor, dass Schiffe hier tagelang vor Anker liegen und auf besseres Wetter hoffen müssen, bevor Sie sich auf das offene Meer hinauswagen können. Das Plateau am Vestkapp - dem westlichsten Punkt Norwegens - ragt ganze 497 m.ü.M. aus dem tosenden Meer in die Höhe. Das steil abfallende Plateau mit Panoramaaussicht über das dem Wind und Wetter ausgesetzten Meer ist sowohl an ruhigeren als auch an stürmischen Tagen ein unvergesslicher Anblick. An klaren Tagen blickt man von hier bis zum Gebirge Sunnmørsalpene, dem Gletscher Ålfotbreen und zur höchsten Meeresklippe Europas, Hornelen.
Die Natur auf Stadtlandet
Stadtland ist eine langezogene Halbinsel im Bezirk Selje, an der Grenze zu Sunnmøre. Von der schroffen Küstenlinie im Südens geht es steil bergauf zum Plateau in 300 bis 500 m.ü.M. Dort gibt es hügelige Heide- und Grasflächen.
Diese offene, baumfreie Landschaft entstand über Jahrhunderte von Menschenhand, durch Abholzung und Schaffung von Nutzflächen für das Vieh. Erst in letzter Zeit hat der Wald Stück für Stück Terrain zurückgewinnen können. Eine für Norwegen eher ungewöhnliche Natur, die eher an Schottland oder an die Shetland-Inseln erinnert.
Kloster Selje
Die Legende berichtet von der Königstocher Sunniva, die den Märtyrertod auf der Insel Selja erlitt. Ihr Ruf von Klugheit und Schönheit liess einen heidnischen König um ihre Hand anhalten, jedoch lehnte die kristliche Sunniva den Antrag ab und floh nach Selja. Hier versteckte sie sich in einer Höhle vor ihren Verfolgern und starb dort später. Die Höhle sind ebenso wie die Ruinen einer Kirche und die eines Benediktinerklosters von 1103 zu besichtigen. Selje wurde eines der ersten Bistümer des Landes.
Fure
Auf Indre Fure, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadthavet, stehen die Häuser dicht an dicht, wie in einer Traube, und das bereits seit dem 14. Jahrhundert. Die Landschaft hier ist einzigartig, karg und wettergegerbt. Von Indre Fure führt nur ein Pfad hinaus zur Siedlung Ytre Fure, in der die wenigen Höfe sich an die Felshänge klammern. Man kann kaum glauben, dass hier wirklich Menschen leben. In früheren Zeiten ernährte man sich aus dem Meer und von den kargen Erträgen, die die Erde hervorbrachte. Man war den Launen des Wetters ungeschützt ausgesetzt und der Alltag war sehr hart. Heute leben hier nur noch vereinzelt Menschen und die Schreie der Möwen sowie das Rauschen der Wellen sind oft die einzigen Laute, die man beim Verweilen am Ufer vernimmt.
Reizvolle Sandstrände
Der Bezirk Selje hat viele schöne Strände zu bieten. Im Zentrum von Selje liegt ein weisser Sandstrand, der Erinnerungen an traumhafte Strände in viel südlicheren Gefilden weckt. Entlang der Felswände im ansonsten flachen, weiten Bezirk Hoddevik findet man Hoddeviksanden, einen herrlichen Strandabschnitt mit Dünen, der als Eldorado für Wellensurfer gilt. Ervikstrand ist ein breiter Sandstrand mit seichtem Ufer, der am offenen Meer liegt. In Ervik findet man ganz unten am Strandufer einen idyllischen, kleinen Friedhof und eine hübsche Kirche, die in Gedenken an die Kriegsopfer hier 1943 errichtet wurde.
Barmen
Die Insel Barmen liegt in einer Bucht am Polarmeer. Hier findet man gute Angelgewässer vor. Besonders an der Südspitze der Insel Barmen steigt die Wassertiefe steil, auf über 90 m an.
Am Wasser und im Gebirge
In Selje findet man ein attraktives Terrain für Wanderungen vor. Das Gelände ist familienfreundlich und ohne grössere Anstrengungen unternehmen zu müssen, erreicht man grossartige Aussichtspunkte mit herrlichem Meerblick.
Der Aufstieg zum Synnevahornet in etwa 600 m Höhe ist ein schöner Ausflug. Oben angekommen geniesst man den Ausblick über das Meer. Vom Gipfel Geitahornet blickt man nach Norden über den Vannylvsfjord und grosse Teile von Sunnmøre. Libbera liegt ausserhalb von Årdal und bietet ebenfalls schöne Panoramaaussicht. Auf Wanderungen entlang der Küste kann man wunderbare Strände sowie idyllische, einsame Flecken in der Landschaft entdecken.